Gaspreise

Seit mehreren Jahren wird die Entwicklung der Gaspreise in Deutschland von Verbrauchern mit Unbehagen verfolgt. Denn die ständigen Preiserhöhungen haben sich mittlerweile auch auf der Heizkostenabrechnung bemerkt gemacht. Um einen höheren Druck auf die Gasanbieter auszuüben, ist es daher wichtig, die Gaspreise zu vergleichen und zu günstigeren Gasanbietern zu wechseln.



Abkehr von der Ölpreisbindung durch den BGH

Die Gaspreise sind in Deutschland an den Ölpreis gebunden. Bei dieser Ölpreisbindung handelt es sich jedoch nicht um eine gesetzliche Grundlage, sondern lediglich um eine Vereinbarung zwischen den Produzenten und den Importeuren. Sie wurde in den 1960er Jahren entwickelt und sollte ursprünglich für die Investitionssicherung des Gasmarktes sorgen. Man wollte damit erreichen, dass angesichts der raschen Erdölverknappung die Gaspreise den steigenden Ölpreisen folgt und eine Wettbewerbssituation zwischen Erdgas und Erdöl unterdrückt wird. Meist erfolgt diese Kopplung an Rohölsorten, aber auch eine Kopplung an Ölprodukte – wie etwa Heizöl – ist möglich. Die Gaspreise folgen den Ölpreisen meist mit einigen Monaten Verzögerung, die Anpassung der Gaspreise wird i. d. R. alle drei oder sechs Monate vorgenommen. Allerdings wurde im März 2010 durch den Bundesgerichtshof entschieden, dass die Gaspreise nicht mehr allein an die Ölpreise gekoppelt sein dürfen, langfristig wird sich daher vermutlich ein eigenständiger Gasmarkt entwickeln.

Herkunft

In Deutschland werden mehr als die Hälfte aller Privathaushalte mit Erdgas beheizt. Hauptlieferländer sind Russland, Norwegen und die Niederlande, wobei die Versorgungssicherheit mit Erdgas gerade aus Russland aufgrund der geopolitischen Situation der Transitländer zeitweise problematisch ist. Etwa 20 % des Erdgasbedarfs kann Deutschland aus eigener Förderung decken. Das Erdgas wird überwiegend mittels Pipelines transportiert, allerdings sind immer wieder Bestrebungen im Gange, verstärkt Flüssiggastanker einzusetzen. Neben den Kosten für die Erschließung und Beschaffung von Erdgas wirken sich auf die Gaspreise auch die Kosten für die Versorgungssicherheit und die Infrastruktur aus.

Abgaben und Steuern

Aber auch Abgaben und Steuern – hier wären vor allem die Erdgassteuer und die Mehrwertsteuer zu nennen – sind wichtige Faktoren, die die Gaspreise beeinflussen. Da viele Faktoren Einfluss auf den Gaspreis nehmen und die Heizkosten einen gewaltigen Anteil an den monatlichen Verpflichtungen ausmachen, kann es sich durchaus lohnen, einen Wechsel des Gasanbieters in Betracht zu ziehen.

Gaspreise vergleichen

Liegen die Gaspreise des aktuellen Gaslieferanten überdurchschnittlich hoch, so sollte man sich über mögliche Wechselangebote informieren. Es ist wichtig, zunächst zu prüfen, wer am jeweiligen Wohnort Gas liefern kann. Die Anzahl potenzieller Gaslieferanten kann regional sehr unterschiedlich sein. Tendenziell kann man aber von einer steigen Anbieterzahl ausgehen, da viele Gaslieferanten ihr Versorgungsgebiet derzeit erweitern.

Gasanbieter Wechsel

Hat man sich nun für einen neuen Anbieter entschieden, so erfolgt der Wechsel am einfachsten, indem man die verfügbaren Formulare online ausfüllt oder ausdruckt und per Post an den neuen Anbieter schickt. Sofern man alle erforderlichen Daten vermerkt hat (sehr wichtig ist hierbei der bisherige Gasanbieter sowie die Kundennummer), übernimmt der neue Gasanbieter nach erfolgtem Vertragsabschluss auch die Kündigung des alten Vertrags. Abhängig von der Kündigungsfrist dauert der Anbieterwechsel selten mehr als sechs Wochen.

Bei der Modernisierung oder der Neuinstallation einer Heizung interessieren sich Verbraucher immer mehr für alternative Heizsysteme.
Heizungstipp stellt daher einige entsprechende Systeme vor.