Brennwerttechnik
Auf den ersten Blick unterscheiden sich Heizgeräte mit Brennwerttechnik nicht gravierend von konventionellen Heizkesseln.
Denn bei beiden Varianten wird das Heizungswasser mittels einer Gas- oder Ölflamme sowie mit dem entstehenden Abgas aufgeheizt. Heizungen mit Brennwerttechnik sind jedoch in der Lage, auch die Abgaswärme fast zu 100 % auszunutzen. Denn das Abgas jeder Heizung enthält heißen Wasserdampf, dessen Wärmeinhalt bei einem Gerät ohne Brennwerttechnik ungenutzt durch den Kamin entweicht. Gerade diese Wärme ist es, die die Brennwerttechnik nutzt, indem das Abgas – und damit auch der Wasserdampf – im Gerät bewusst sehr stark abgekühlt wird. Hierbei kondensiert der Wasserdampf und die im Zuge der Verbrennung aufgenommene Wärme wird wieder frei und kann für die Heizung genutzt werden. Bei herkömmlichen Kesseln ist die Nutzung dieser Energie nicht möglich, weil es dann zu starken Korrosionseffekten – insbesondere im Kessel – kommen würde und sich darüber hinaus der Schornstein durchfeuchtet.
Funktionsweise und Vorteile
Ein Öl- oder Gasheizkessel mit Brennwerttechnik besteht aus einer Brennkammer, in der das Wasser erhitzt wird. Die heißen Abgase – die Abgastemperatur liest meist über 1.000 °C - gelangen in einen Kondensationswärmetauscher, in dem sie das Heizungswasser erwärmen, wobei die Temperatur des Abgases bis unter den sog. Taupunkt (bei etwa 48 °C) sinkt und das Wasser kondensiert. Bei diesem Vorgang wird somit Wärme frei, die zur zusätzlichen Erwärmung des Kesselwassers genutzt werden kann, was den Gesamtwirkungsgrad eines Heizkessels mit Brennwerttechnik stark verbessert. Bezogen auf den Heizwert (der Heizwert ist der Wärmeinhalt eines Brennstoffes, der zum Heizen genutzt werden kann, der Brennwert bezeichnet die gesamte bei der Verbrennung entstehende Wärme) können rechnerisch Wirkungsgrade über 100 % erreicht werden. Die so optimal genutzte Energie des Brennstoffs bewirkt eine beachtliche Energieeffizienz einer Heizung mit Brennwerttechnik gegenüber konventionellen Heizkesseln.
Einsparungen
Da die Energieausbeute deutlich besser ist, wird darüber hinaus weniger Brennstoff benötigt, was sich direkt in den Verbrauchs- bzw. Betriebskosten niederschlägt. Es sind Einsparungen von nahezu 30 % gegenüber herkömmlichen Kesselsystemen möglich. Zusätzlich bedeutet die Brennstoffeinsparung auch eine deutliche Reduzierung der umweltschädlichen Kohlenmonoxide (es entstehen ca. 20 % weniger) und Stickoxide NOx (reduziert um etwa ein Drittel), was langfristig zu einer beachtlichen Entlastung und Schonung der Umwelt führt.
Wirkungsgrad
Beide Effekte haben ihre Ursache in der bauartbedingten niedrigen Verbrennungstemperatur, die bei der Brennwerttechnik nur bei ca. 40 °C im Vorlauf liegt gegenüber 75 °C bei konventionellen Systemen. Der Abgasverlust herkömmlicher Heizkessel liegt i. d. R. etwa dreimal so hoch wie bei einem Brennwertkessel und von den ca. 11 % nicht genutzter Kondensationswärme älterer Anlagen kann der Brennwertkessel ca. 8 % nutzen, so dass effektiv eine Nutzwärme von 104 % erreichbar ist gegenüber 92 % bei Altanlagen.
Bei der Modernisierung oder der Neuinstallation einer Heizung interessieren sich Verbraucher immer mehr für alternative Heizsysteme.
Heizungstipp stellt daher einige entsprechende Systeme vor.